Musik vernünftig aufnehmen und bearbeiten

Hier geht es mir zuerst um die Aufnahme von Musik, die ihr selbst gesungen und gespielt habt (Audio). Natürlich hängt das Ergebnis zuerst einmal davon ab, wie gut ihr Musik machen könnt. Ja, solche Aufnahmen können grausam sein. Dabei sind dann eine möglichst gute Ausrüstung und Möglichkeiten zum Speichern und Bearbeiten nützlich.

Ich gehe davon aus, dass dies heute digital erfolgt; aber es mag sein, dass ihr irgendwie noch an eine alte Bandmaschine kommt, und für gute Aufnahmen reichen die nach wie vor aus. Am Eingang der Soundkarte eures PCs be- kommt ihr analoge Aufnahme problemlos rein. Gut, wenn ihr ein passendes Kabel habt. Für Speichern und grundlegendes Bearbeiten im PC (schneiden) reicht das kostenlose Programm Audacity.

Digital - ist ja so ein Zauberwort. Folge davon, dass Rechenmaschinen (Computer) grundlegend nur dies und das, ja und nein, 0 und 1 unter- scheiden können. Aber das können sie. Auch wenn es um Millionstel geht. Bei der Weiterverarbeitung schleichen sich nicht so leicht Unschärfen ein; auch nicht bei der Verarbeitung von Musik.

Das war es aber auch schon. Hier soll es nicht um digital gehen, sondern um Musik.

Ich kann Euch nur raten: Gebt euer Geld lieber für gute Instrumente und Anlagen aus, als für teure Programme für die Musik-Produktion. Dies gilt auch für Mikrofone. Ein vernünftiges Studiomikrofon (2011 ab ca. 99,- Eu) klingt grade bei Gesang hörbar anders, als ein Bühnenmikrofon. Und übt lieber, als euer Geld für kostspielige Software zu verschwenden! Schon Euch selbst wird es einfach viel mehr Spass machen, wenn ihr vernünftig spielen und / oder singen könnt.

Zum Beispiel ist es möglich, Gitarre und Gesang gleichzeitig, mit einem einzigen Mikrofon vernünftig auf zu nehmen. Das habe ich sogar mit einem guten Bühnenmikrofon hin bekommen; obwohl die eigentlich für die Aufnahme von ganz Nahem gebaut sind. Aber natürlich lässt sich so das Lautstärkeverhältnis von Gitarre und Gesang nicht mehr nachträglich ändern, auch nicht, wenn dann noch weitere Instrumente oder Stimmen dazu kommen sollen.

Ich selbst bin glücklich über eine Reihe Aufnahmen sehr anhörbar auf CDs, die vor vielen Jahren life mit Tonband oder Kassetternrecorder auf genom- men wurden. Natürlich hängt die Qualität der Umwandlung in eine Datei von der Qualität der verwendeten Soundkarte ab.

Manche dieser Stücke wurden im Mischpult einer PA abgemischt und gleich von hier aus auf Tonband, Kassettenrcorder, oder später digitales Tonband übertragen. Ich habe aber auch eine Reihe Mitschnitte aus dem Proberaum und von Konzerten, die mit zwei Mikrofonen auf genommen wurden.

Im Proberaum. Natürlich müssen auch dort die Lautstärkeverhältnisse von Anfang an stimmen. Dies muss schon während der Aufnahme sicher gestellt werden. Natürlich ist die Plazierung der Mikrophone wichtig. Einzelne Instrumente nach den Bedürfnissen der Aufnahme leiser / lauter; oder oft praktischer: Die verwendeten Lautsprecher ausnahmsweise an einen anderen Ort und / oder anders ausgerichtet hin stellen. In die Probeaufnahme rein hören, entscheiden.

Bisher habe ich über die Aufnahme von Musik mit Geräten hierzu und ihre Übertragung auf einen PC geredet. Dies ist sinnvoll, weil die Aufnahmen dann ohne weitere Schäden vervielfältigt und fast von jedem gehört werden können; spätestens auf CD. Beachten: keine CD für den Computer, sondern für die Stereo-Anlage!

Jetzt geht es um die Bearbeitung von Aufnahmen im PC. Ich nehme an, dass viele der hier beschriebenen Fragen auch bei der Verwendung anderer Geräte und Programme Programme ähnlich auf tauchen.

Auch ich musste das alles erst lernen. Im Netz wird oft in einem grauen- haften, englischen Jargon alles mögliche belabert - aber nicht das, worauf es mir als Musiker an kommt. Das ist der Grund, warum ich diese Ausführungen mache.

Natürlich ist so ein Programm für die Musikproduktion nicht umsonst. Du bekommst sozusagen ein Studio in den PC. Ich habe mir so was zu gelegt, weil ich 1993 von politischen Gewalttätern fast um gebracht wurde, jahrelang nicht vernünftig spielen konnte, aus der Musikszene raus bin, und nun gern beweisen beweisen will, dass ich wieder Sachen hin bekomme, die nicht jeder schafft.

Meine Erfahrungen beschränken sich also darauf, dass ich nach einander die Spuren für eine komplette Band ein gepielt habe. Midi-Schlagzeug aus Cubase, Gitarren, Gesang, Bass, und Saxofon. Da will ich gleich sagen: Räumt nicht verwendete Kabel möglichst weg, sonst werdet ihr das mit SO einem Hals dann machen müssen, wenn ich grade total scharf darauf seid, etwas ein zu spielen, aber leider nichts mehr findet.

Es mag Ärger geben, wenn ihr in eurer Wohnung viel laute Musik machen wollt. Mit Instrumenten wie Saxophonen oder Trompeten kann ich Euch da auch nicht helfen. Anders ist es bei "elektrischen" Instrumenten. Bei Gitarren reicht schon ein ordentliches Multieffektgerät mit ein gebauten Gitarren- sounds. So ist die Qualität des Klangs vollkommen unabhängig von der Lautstärke, und wegen der Effekte bist Du unabhängig von Computerprogrammen.

Einen vernünftigen Bassound ohne Lautstärkeprobleme bekam ich, in dem ich den Line-Ausgang meiner Bassanlage benutzte. Das ist natürlich unab- hängig davon möglich, welche Art von Instrumenten Du aufnehmen willst - kein Nachbar kann sich beschweren.

Auf Rat meines Musikgeschäftes habe ich mir auch noch ein Interface zu gelegt. Eine gute Soundkarte mit einer - WICHTIG - geringen Latenz (zeitliche Verschiebung der Aufnahme um ihre Bearbeitungszeit).

Ein weiterer Vorteil ist das Gehäuse. Auf der einen Seite Eingänge für Mikrofon- und Klinkenkabel, auf der anderen eine USB- (Universeller Serieller Bus) Buchse zum Anschluss an den PC. Dazu noch ein Klinken- ausgang für Kopfhörer. (Verhindert Übersprechen von einer Spur auf die andere). Bekam ich leider nicht zum Funktionieren.

Wahrscheinlich ist es sinnvoll, wenn ich sage, womit ihr sonst noch rechnen könnt: Nicht nur mit einer Regelung der Eingangsempfindlichkeit und der Möglichkeit einer Phantomspeisung für Studiomikrofone (nehmen auch höhere Frequenzen auf, als Bühnenmikros), sondern auch mit weiteren Reglern, die mich, wie ich erst später fest stellte, tagelang fast zur Verzweiflung gebracht hatten.

Das heißt, der Schalter Phones / Line Out war mir noch verständlich. Es geht um die Wiedergabe in der direkt ans Interface angeschlossenen Stereonalage; unabhängig von der Regelung für den PC. Aber dann war da noch dieser Mon Mix-Drehknopf : Und was heißt da Input / Computer? Natürlich das Lautstärkeverhältnis schon gespeichert vorliegender Musik zur aktuellen Aufnahme. Ganz einfach, wenn man es erst verstanden hat.

Aber es hätte schon ein paar Tage gespart, wenn das auch in der Bedie- nungsanleitung gestanden hätte. So konnte ich zeitweise gar nicht hören.

Übrigens: Zieht den Stecker zu eurem Interface mit eigener Soundkarte nicht ab, solange eurer Musikbearbeitungsprogramm läuft. Sonst schaltet euer PC automatisch auf die Standartsoundkarte zurück, und ihr hört wahrscheinlich erst mal nicht mehr. Zumindestens Cubase reagierte so, und ich musste die externe Soundkarte auch noch erneut ein stellen. Nachträglich einstecken konnte ich mein Interface schon.

Nun endlich zu dem, was ich bei der Verwendung von Cubase Essential 5 lernen musste. Oh ja, lernen musste. Cubase mag ein starkes Werkzeug sein, das auch zur professionellen Bearbeitung von Musik genutzt wird. Aber wenigstens für die Anwendung hochwertiger virtueller Instrumente scheinen mir da noch alle möglichen teuren Extras notwendig zu sein; abgesehen von einem wirklich starken PC.

Außerdem habe ich den starken Eindruck, dass sich die Firma Steinberg mehr um die Interessen von allen möglichen PC-Verrückten kümmert, als um die Bedürfnisse von Musikern. Es macht die Sache nicht besser, wenn andere Anbieter ähnlich handeln. Ich kenne eine ganze Reihe von Profi-Musikern, und von denen lassen die meisten ihre Hände von der Nutzung solcher Programme. Lieber spielen sie selber, gehen ins Studio oder nutzen hochwertige Aufnahmegeräte.

Ich habe (nach ein paar Monaten Indien) schon auf Englisch geträumt, aber selbst für mich wird die Sache schwer, wenn in Handbüchern und anderen Erläuterungen unnötigerweise zu viel englischer oder amerikanischer Musiker-Jargon (wenn es der von Musikern und nicht PC-Verrückten ist) gebraucht wird. Dass schreckt uns Kunden ab!

Hier also einige mir ganz grundlegend erscheinende Aussagen; ohne den mindesten Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird kaum noch überraschen, dass die Arbeit mit Audio-Material zentralen Platz ein nimmt.

Also: Wir haben Cubase installiert, an geworfen und uns an das erste Projekt gemacht. Natürlich haben wir dafür auch eine eigenen Ordner erstellt. Ich persönlich beginne mit einer leeren Vorlage, und schaffe Spur für Spur, soweit nötig. Die Spuren werden im Projektfenster sichtbar.

Und dies liegt im Cubase-Fenster. Sinnvoll: Das Projektfenster auf maximale Größe stellen und mit dem Cubase-Fenster verschmelzen. So können wir unten rechts meist Höhe und Breite der Spurendarstellung ein stellen. Es ist praktisch immer möglich, diese Einstellung so vor zu nehmen, dass das ganze Projekt auf dem Bildschirm sichtbar wird. Natürlich kann man die Darstellung hier auch so groß schalten, dass man an Details des Stückes arbeiten kann.

Links und oben eine Art Rahmen mit allen möglichen Bearbeitungsoptionen, im Rest des Bildschirmes der zuerst leere Raum für die Darstellung der Bearbeitungsergebnissen (Spuren).

Links von jeder Spur ihr (ich nenne es) Spurkopf mit wichtigen Einstel- lungen: Die Spur kann scharf geschaltet werden (das heißt Aufnahmen geschehen HIER!), oder auch (für Wiedergabe) M=mute=stumm, oder sie wird mit S=solo alleine wieder gegeben.

Kurz zum Nutzen von S und M: Solo dann, wenn ich mich ohne jede Ablenkung nur um eine Spur kümmern will. Stumme Spuren sind praktisch, um aus mehreren Aufnahmen aus zu wählen.

Spätestens wenn wir in den leeren Bereich eines Spurkopfes klicken, erscheint noch weiter links zwischen am Bildschirmrand und Spurkopf der "Inspector" mit weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten wie einer Lautstärke-Einstellung, der Möglichkeit diese Aufnahme stereomäßig mehr nach links oder rechts zu schieben, und einem Equalizer (Klangregelung) für diese Spur.

Der Spurkopf mit Inspector erscheint heller. Dass heißt aber nicht, dass sie die heisse, aufnahmebereite Spur, oder nicht grade stumm geschaltet ist.

Außerdem kann man über den Inspector Effekte auf rufen, wie Hall und Röhrensound. Für die Spur; wie es für Teile geht, weiß ich noch nicht. Bis jetzt nutze ich dazu mehrere Spuren. Man kann darüber auch nach der Aufnahme entscheiden, eine neue Spur schaffen, und den zu bearbeitenden Teil der Aufnahme in diese Spur ziehen.

(So. Für mein aktuelles Stück werde ich es wohl nicht mehr brauchen, aber inzwischen weiß ich, wie man mindestens die Lautstärke innerhalb einer Spur ändern kann: Entweder mit dem Schieberegeler während der Wiedergabe, oder im Write-Modus mit dem Gummiband. Im Write-Modus hast Du mehr Ruhe, aber kannst das Stück nicht hören. Würde mich interessieren, ob man auf die eine oder ander Art auch Effekte regeln kann.)

Ich habe es dabei belassen, zuerst zu zeigen, dass man Partien einer Spur auf eine andere Spur schieben und dort alle möglichen Änderungen vor nehmen kann, sei es der Lautstärke, oder des Klanges. Ohne Eile, und mit der Möglichkeit, das Ergebniss zu prüfen und vielleicht noch mal zu verbessern.

Nun zum Bereich oben am Bildschirm, den ich persönlich viel benutze. Soweit ich weiß, kann man viele der Werkzeuge hier auch an anderen Stellen aufrufen.

Unter der blauen Kopfzeile in der hellgrauen Zeile einige wichtige Menus. Im zweiten Menu (Bearbeiten) finden wir als erstes den Punkt Rückgängig. Leute, wenigstens diese Möglichkeit solltet ihr Euch merken!

Unter Geräte ein Mischpult (Mixer) für alle Spuren; vielleicht schon nützlich, den Ausgang ganz rechts lauter zu stellen, falls Midi-Instrumente wie ein virtuelles Schlagzeug zu leise sind. Dann könnt ihr die Audio-Instrumente immer noch leiser regeln.

Überhaupt ist hier einiges an den virtuellen VST-Instrumenten zu regeln. Virtuelle Instrumente: Zumindestens bei den Cubase-eigenen erscheint im Inspector nicht der der Ein- und Ausgang (Soundkarte, aber die sind ja schon im PC), sondern der Name des Programmes und des gewählten Klanges.

Beim virtuellen Schlagzeug überlege ich mir, ob es nicht sinnvoll wäre, für die Fußtrommel eine eigene Spur ein zu richten, und ihr über die Klangregelung einen deutlich volleren Sound zu verpassen. Ob eine Spur mehr sinnvoll ist, hängt wohl immer auch davon ab, wie stark dein Computer ist.

Nun zu den Werkzeugen unter den Menus: Unter Audio die Werkzeuge zum Anfang und Ende der längsten Spur; mit einem Klick auf das Quadrat unter Medien halten wir Aufnahme oder Wiedergabe an. Der Pfeil rechts daneben bedeutet - wenig überraschend - Wiedergabe, und der rote Punkt Aufnahme. Achtung, wenn eine Aufnahme nicht am Anfang der Spur beginnen soll, erst Wiedergabe, und dann zusätzlich Aufnahme an klicken!

Nun zum größten Feld. Mit seinem ersten Symbol kannst Du Teile sozusagen greifen. Die Schere erlaubt Dir, Teile zu trennen und dann unterschiedlich zu behandeln; z.B. mit dem Ratzefummel zu löschen, oder auf eine ander Spur zu ziehen. Ich vermute, ich rede hier von den Parts. Wie ich denen in Cubase einzeln einen eigenen Sound verpasse, weiß ich leider noch nicht.

Ich habe ja gesagt, dass ich mich auf Elementares beschränken will. Darum komme ich hier mit den Möglichkeiten der Navigation im Projektfenster schon zum Ende.

Zuerst geht es um die Funktion der dunkelgrauen Zeile mit Zahlen über der ersten Spur. Wenn wir sie anklicken, beginnt eine folgende Bearbeitung gleich welcher Spur genau an dem so gewählten Zeitpunkt. Ich möchte hier noch mal an die Möglichkeit zur Veränderung der Anzeige unten rechts erinnern.

Übrigens: Du hast eine Spur fertig auf genommen und willst auf der nächsten weiter machen. Stelle sicher, dass die Aufnahme an ihrem Anfang beginnt; z.B. mit dem Pfeil-zum-linken-Rand-Werkzeug im (von links) ersten größeren Feld unter den Menus.

Sollte eine sinnvolle Darstellung deines ganzen Projektes zu groß für deinen Bildschirm sein, kannst Du den wirklich dar gestellten Teil des Projektes mit den Randleisten rechts und unten verschieben. So kannst Du den Dir grade wichtigen Teil des Projektes bearbeiten.

Ach ja: Um dein Stück in ein anderes, Cubase-fremdes Format zu exportieren (im Datei-Menu), musst Du erst den zu exportierenden Bereich mit dem linken und rechten Lokator oben fest legen - dazwischen wird die die Leiste oben dann blau (rot heißt falsch rum). Du hast sechs unterschiedliche Formate zur Auswahl, unter anderem das gängige, unkomprimierte .wav, wie es in MusikCDs verwendet wird. Von .wav in .mp3 bekommst Du Stücke z.B. mit Audacity. Und um eine Kopie deines Cubase-Projektes auf eine andere Festplatte zu bekommen, musst Du den ganzen Projekt-Ordner dort hin kopieren. Das komplette Handbuch steht unter

ftp://ftp.steinberg.net/Archives/Cubase_VST/Docs_Deutsch/Einfuehrung_Cubase_VST_5.pdf

Und solltet Ihr es wirklich mit einem alten, analogen Gerät versuchen, bedenkt: Es hat vielleicht schon Bombenkrieg und Gaskammern mit gemacht! Möglicherweise werden Euch seine Aufnahmen zu sehr rauschen. Dagegen könnt Ihr selbst mit dem kostenlosen Audacity sehr wirksam vorgehen. Mein Tipp: Haltet Euch auf der oder nahe der Mindesteinstellung, sonst werden Nebenwirkungen hörbar.

Nun aber: Viel Erfolg!

 

Ich bin immer dankbar für Korrekturen. Über Anregungen zu weiteren Punkten werde ich entscheiden, wenn sie vor liegen. Aber auch gegenseitige Verlinkungen sind möglich, wenn sinnvoll: Andreas gruner@a-gr.net . Zu den Ergebnissen meiner eigenen Bemühungen hier.

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